Was Dahschur besonders macht
In Dahschur wurde das Pyramidenzeitalter erwachsen. Um 2600 v. Chr. ließ Pharao Snofru hier zwei riesige Pyramiden errichten – die Knickpyramide und die Rote Pyramide – und perfektionierte die glattseitige Form, die sein Sohn Cheops nach Gizeh bringen sollte. Bis 1996 war Dahschur als militärisches Sperrgebiet für Besucher geschlossen und ist bis heute herrlich friedlich: Du teilst es dir mit ein paar Reisegruppen, einigen Kamelen und dem Wüstenwind.
Die Stätte gehört zum UNESCO-Welterbe „Memphis und seine Totenstadt – die Pyramidenfelder von Gizeh bis Dahschur“ und lässt sich perfekt mit Sakkara und Memphis ein paar Kilometer weiter nördlich kombinieren.
Tickets & Öffnungszeiten
- Öffnungszeiten: täglich 8:00–17:00 Uhr, letzter Einlass gegen 16:00 Uhr. Im Ramadan sind die Zeiten meist verkürzt (etwa 9:00–15:00 Uhr).
- Ticketpreis: etwa EGP 200 für ausländische Erwachsene und etwa die Hälfte für Studierende mit ISIC-Karte. Das Ticket gilt für die Stätte inklusive des Inneren der Roten Pyramide und – wenn geöffnet – der Knickpyramide.
- Bezahlung: Ägyptens archäologische Stätten sind inzwischen bargeldlos – zahl am Ticketschalter mit Kredit- oder Debitkarte.
- Fahrzeuge: Für Autos, die auf das Gelände fahren, wird eine kleine Gebühr erhoben.
- Fotografieren: Fotos mit Handy und privater Kamera sind in der Regel erlaubt; Drohnen sind in Ägypten ohne Genehmigung streng verboten.
Sehenswertes
Die Highlights von Dahschur und seiner Nachbarschaft:
Nekropole von Dahschur Rote Pyramide
Die erste echte Pyramide der Welt – und du kannst hinein
Snofrus Meisterwerk und die drittgrößte Pyramide Ägyptens. Steig hinauf zum Eingang, hinab durch einen 60 Meter langen Gang und stell dich unter die hoch aufragenden Kraggewölbe ihrer drei Kammern – meist fast ohne andere Besucher.
Nekropole von Dahschur Knickpyramide
Die Pyramide, die es sich auf halber Höhe anders überlegte
Snofrus außergewöhnliches Experiment: Der Neigungswinkel wechselt auf halber Höhe von etwa 54° auf 43°, und sie trägt noch mehr von ihrer originalen polierten Verkleidung als jede andere Pyramide Ägyptens.
Nekropole von Dahschur Schwarze Pyramide
Eine eindrucksvolle Lehmziegelruine aus dem Mittleren Reich
Rund 700 Jahre nach Snofrus Pyramiden für Amenemhet III. erbaut, verlor die Schwarze Pyramide ihre Verkleidung schon vor langer Zeit. Ihr dunkler, verwitterter Kern ragt heute wie ein bröckelnder Turm aus der Wüste.
Nekropole von Dahschur See & Dorf Dahschur
Palmenhaine, Vogelwelt und ländliches Ägypten
Zwischen den Pyramiden und dem Nil liegt eine grüne Welt aus Palmenhainen, Feldern und einem flachen See, in dem sich die Knickpyramide spiegelt – einer der friedlichsten Ausblicke in der Umgebung von Kairo.
Alle findest du in unserem Guide zu den Sehenswürdigkeiten von Dahschur.
Beispielrouten
Halber Tag: nur Dahschur (3–4 Stunden)
Brich um 7:30 Uhr in Gizeh auf, sei zur Öffnung da und geh direkt in die Rote Pyramide. Weiter geht es zur Knickpyramide; fotografiere die Schwarze Pyramide, leg eine Pause am See von Dahschur ein und sei zum Mittagessen zurück. Perfekt mit einer Privattour zur Roten Pyramide.
Ganzer Tag: Sakkara, Memphis & Dahschur (6–7 Stunden)
Der Klassiker. Starte in Sakkara mit der Stufenpyramide und den bemalten Gräbern, sieh dir Ramses II. in Memphis an, iss in einem lokalen Restaurant zu Mittag und beende den Tag am ruhigen Nachmittag in Dahschur. Genau das bieten die meisten bestbewerteten Touren.
Zwei Tage in Kairo: die ganze Pyramidengeschichte
Tag 1: das Plateau von Gizeh zur Öffnungszeit, danach das Grand Egyptian Museum. Tag 2: Sakkara, Memphis und Dahschur, zum Abschluss eine Feluken-Fahrt auf dem Nil bei Sonnenuntergang. Übernachte in Gizeh, um die Fahrten kurz zu halten.
Dahschur mit Gizeh und dem Süden kombinieren
Das Plateau von Gizeh liegt nur rund 25 km nördlich von Dahschur, daher passen beide Pyramidenfelder gut in einen Kairo-Aufenthalt – unser Reiseführer zu den Pyramiden von Gizeh erklärt Tickets, den neuen Haupteingang und das Grand Egyptian Museum.
Führt dich deine Reise den Nil hinauf bis Assuan, sind die Felstempel Ramses’ II. in Abu Simbel der klassische Abstecher; unser Ratgeber für die Anreise von Assuan nach Abu Simbel vergleicht Straße und Flug.
Praktische Tipps
- Nimm Wasser, Snacks und Sonnencreme mit. An der Stätte gibt es keine Cafés, und die Toiletten sind unzuverlässig.
- Trag feste Schuhe mit gutem Profil für den Gang in der Roten Pyramide und Kleidung, die staubig werden darf.
- Kleide dich dezent – bedeckte Schultern und Knie sind respektvoll, besonders in den Dörfern.
- Halte kleine Scheine in ägyptischen Pfund für Trinkgelder (Bakschisch) an Fahrer und Wächter bereit.
- Straßenhändler gibt es kaum, aber Kamelbesitzer bieten nahe der Roten Pyramide eventuell Ritte an – vereinbare vorher einen Preis, wenn du Interesse hast.
- Hab deinen Reisepass oder eine Kopie dabei – auf den Straßen südlich von Kairo gibt es Polizeikontrollen.
- Der Handyempfang ist nahe den Pyramiden meist gut, kann aber an den Rändern des Geländes abbrechen.
Essen & Trinken
Die meisten Touren halten zum Mittagessen in einem Gartenrestaurant in der Gegend von Sakkara, wo ägyptische Klassiker wie gegrillte Kofta, frisch gebackenes Aish-Baladi-Brot, Tahini, Falafel (Ta’amiya) und gefülltes Gemüse serviert werden. Zurück in Kairo solltest du dir Koshari nicht entgehen lassen – das Nationalgericht aus Reis, Linsen, Nudeln und Kichererbsen mit scharfer Tomatensauce und knusprigen Zwiebeln – und dazu ein Glas frischen Mango- oder Zuckerrohrsaft.
